Ein Namenssystem mit drei klaren Regeln
Lege fest, welche Information ein Name tragen soll, und halte Ausnahmen bewusst klein. Eine Arbeitsprobe für eine zusammenhängende Spielwelt.
Beginne mit einem gemeinsamen Ausschnitt
Stell dir ein kleines Spiel über einen Hafen vor. Es braucht eine Stadt, zwei Bezirke, eine Fähre und drei wiederkehrende Figuren. Schreibe diese sieben Einträge zunächst ohne Namen auf. Notiere daneben, wo sie erscheinen: Stadt auf der Karte, Bezirk in Wegbeschreibungen, Fähre auf einer Anzeigetafel, Figuren in Gesprächen. Damit besitzt jeder Eintrag bereits eine Aufgabe, bevor ein schönes Wort dazukommt.
Regel eins: Die Ebenen auseinanderhalten
Für die Stadt wählen wir ein zusammengesetztes Ortswort: Fadenhafen. Die Bezirke heißen Garnkai und Uhrwinkel. Sie teilen die handwerkliche Welt, beginnen aber unterschiedlich. Die Fähre heißt Die zweite Ankunft. Ihre Satzform grenzt sie von den Orten ab. Figuren erhalten einen kurzen Rufnamen und höchstens einen erklärbaren Beinamen. Das System besteht aus verschiedenen Formen, nicht aus sieben Wiederholungen desselben Lieblingsworts.
Regel zwei: Eine beobachtbare Begründung
Hinter jedem Namen steht ein sichtbares Detail. Am Garnkai werden Seile getrocknet. Im Uhrwinkel zeigen mehrere Uhren andere Zeiten. Das erlaubt eine Einführung ohne langen Erklärtext. Prüfe jeden Eintrag mit der Frage: Was könnte eine neue Figur davon in fünf Sekunden bemerken? Gibt es keine Antwort, ist die Benennung vielleicht nur dekorativ.
Regel drei: Eine Kurzform dokumentieren
Ein offizieller Name und eine alltagstaugliche Kurzform können nebeneinander bestehen. Schreibe beide in dieselbe Zeile deiner Namensliste. Vermerke auch, wer welche Form verwendet. Bei der Zweiten klingt nach Stammgästen; Zur zweiten Laterne passt auf das Wirtshausschild. So wird eine Abweichung zur Information über Beziehungen.
Arbeitsprobe
Ergänze zwei neue Orte und eine neue Figur. Wenn du dafür jedes Mal eine weitere Grundregel brauchst, ist dein System vermutlich zu eng. Behalte drei tragfähige Regeln und dokumentiere die begründete Ausnahme. Verwende dafür den Namensbogen. Die Probe zeigt Konsistenz im Projekt, keine allgemeingültige Sprachregel.